Bau- und Raumakustik messen: Praxis-Seminar für belastbare Ergebnisse
28. September 2026
Drei Tage praxisnahes Training bei langebauphysik: Luftschall, Trittschall und Nachhallzeit sicher messen, auswerten und fachlich einordnen.
Wie werden Luftschall, Trittschall und Nachhallzeit zuverlässig gemessen und bewertet? In einem dreitägigen Inhouse-Seminar bei langebauphysik verbanden die Teilnehmenden fachliche Grundlagen mit praktischer Messtechnik. Sie lernten, Messungen sicher vorzubereiten, durchzuführen und nachvollziehbar auszuwerten.
Vom Aufbau der Geräte bis zur Auswertung der Ergebnisse durchliefen die Teilnehmenden die wesentlichen Schritte einer Bauakustik Messung und Raumakustik Messung. Dabei ging es immer auch um die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit aus einzelnen Messwerten eine belastbare Aussage entsteht.
Ein Schwerpunkt war die Messung der Nachhallzeit. Sie beschreibt, wie schnell Schall in einem Raum abklingt, und liefert eine wichtige Grundlage für die Beurteilung seiner akustischen Eigenschaften. Mit Lautsprecher und Messmikrofonen untersuchten wir den Messablauf und die Auswertung der Abklingkurven. Dabei wurde deutlich, weshalb die Wahl der Messpositionen und der Zustand des Raumes sorgfältig zu berücksichtigen sind. Auch bei der Bestimmung der Luft- und Trittschalldämmung spielt die Nachhallzeit im Empfangsraum eine wichtige Rolle.
Bei der Luftschallmessung richtete sich der Blick auf die Schallübertragung zwischen Räumen. Ein Dodekaederlautsprecher regte den Senderaum an, während die Messgeräte die Schallpegel im Sende- und Empfangsraum erfassten. Die anschließende Auswertung zeigte, wie sich daraus unter Berücksichtigung der Raumverhältnisse die Schalldämmung bestimmen lässt. Besprochen wurden auch Übertragungswege über angrenzende Bauteile sowie mögliche Schwachstellen an Fugen und Anschlüssen.
Besonders anschaulich wurde es bei der Trittschallmessung. Das Normhammerwerk erzeugt eine reproduzierbare mechanische Anregung des Fußbodens. Im Empfangsraum lässt sich anschließend erfassen, welcher Schall dort ankommt. Ergänzend kam ein Gummiball zum Einsatz, mit dem sich schwere, weiche Stoßanregungen untersuchen lassen. Die Übungen machten die Unterschiede der Schallquellen und ihre jeweiligen Einsatzbereiche greifbar.
Ein roter Faden durch alle drei Tage war die Qualität der Messung. Dazu gehörten die Kontrolle der Messkette mit dem akustischen Kalibrator, geeignete Quellen- und Mikrofonpositionen sowie der Umgang mit Störgeräuschen. Ebenso wichtig war die Prüfung der Ergebnisse: Sind die Messwerte plausibel? Reicht die Signalqualität für eine verlässliche Auswertung aus? Welche Randbedingungen müssen im Bericht dokumentiert werden?
Das Inhouse-Format bot Raum, diese Fragen direkt am Messaufbau zu besprechen und gemeinsam nachzuvollziehen. Theorie und praktische Anwendung griffen dabei unmittelbar ineinander. So ließ sich jeder Arbeitsschritt mit seiner Bedeutung für das spätere Ergebnis verbinden.
Die Teilnehmenden gewannen damit mehr Sicherheit für sorgfältig geplante, belastbare und nachvollziehbar dokumentierte Schallmessungen. Dieses Wissen unterstützt die tägliche Arbeit – von der Untersuchung bestehender Gebäude bis zur Überprüfung ausgeführter Schallschutzmaßnahmen.
Sie möchten den Schallschutz oder die Raumakustik Ihres Gebäudes verlässlich bewerten? Sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie bei der passenden Messaufgabe – von Luftschall- und Trittschallmessungen bis zur Bestimmung der Nachhallzeit – und ordnen die Ergebnisse fachlich für Sie ein.